Stand: 21. Juni 2026

MRR (Monthly Recurring Revenue)

MRR (Monthly Recurring Revenue) ist der planbare, regelmäßig wiederkehrende Umsatz eines Unternehmens pro Monat.

Einfach erklärt

MRR steht für „Monthly Recurring Revenue“, auf Deutsch „monatlich wiederkehrender Umsatz“. Gemeint ist das Geld, das ein Unternehmen Monat für Monat verlässlich einnimmt, weil Kunden regelmäßig zahlen - etwa für ein Abo, eine Mitgliedschaft, einen Wartungsvertrag oder ein festes monatliches Honorar (einen sogenannten Retainer).

Der Grundgedanke: Alle Verträge werden auf einen Monatswert „heruntergerechnet“. Schließt eine Kundin zum Beispiel einen Jahresvertrag über 1.200 Euro ab, dann zählen davon nicht 1.200 Euro im ersten Monat, sondern 100 Euro pro Monat (1.200 geteilt durch 12). So lässt sich gut erkennen, mit welchen Einnahmen jeden Monat zu rechnen ist - statt jeden Monat „bei null“ anzufangen.

Im Detail

MRR (Monthly Recurring Revenue) ist eine betriebswirtschaftliche Steuerungskennzahl, die den planbaren, wiederkehrenden Umsatz auf monatlicher Basis abbildet. Die Kennzahl stammt ursprünglich aus dem Abonnement- und SaaS-Geschäft (Software as a Service), wird inzwischen aber von allen Geschäftsmodellen mit wiederkehrenden Einnahmen genutzt. Ihr Kern ist die Normalisierung: Sämtliche Vertragslaufzeiten werden auf einen Monatswert umgerechnet, wodurch ein konsistentes, über die Zeit vergleichbares Bild entsteht.

Berechnung

Die einfachste Formel lautet: MRR = Anzahl der zahlenden Kunden × durchschnittlicher Umsatz pro Kunde und Monat (ARPU - Average Revenue Per User). In der Praxis wird der MRR jedoch häufig in seine Bestandteile zerlegt, um Wachstum und Schrumpfung sichtbar zu machen:

  • New MRR: Umsatz durch neu gewonnene Kunden
  • Expansion MRR: zusätzlicher Umsatz durch bestehende Kunden, die upgraden oder zusätzliche Leistungen buchen (Upsell / Cross-Sell)
  • Reactivation MRR: Umsatz durch zurückgekehrte, vormals abgewanderte Kunden
  • Contraction MRR: Umsatzverlust durch Downgrades bestehender Kunden
  • Churned MRR: Umsatzverlust durch komplett gekündigte Kunden

Der Net New MRR ergibt sich aus: New MRR + Expansion MRR + Reactivation MRR − Contraction MRR − Churned MRR. Diese Zahl zeigt das tatsächliche Nettowachstum eines Monats.

Abgrenzung verwandter Begriffe

Das Jahrespendant ist der ARR (Annual Recurring Revenue), häufig vereinfacht als MRR × 12 berechnet und eher für die Außenkommunikation gegenüber Investoren gebräuchlich, während MRR dem operativen Monitoring dient. Wichtig: Der ARR entspricht nicht immer schlicht MRR × 12 - bei stark schwankendem oder unterjährig wachsendem Geschäft ist diese Hochrechnung als Momentaufnahme zu verstehen und kann das tatsächliche Jahresergebnis über- oder unterschätzen. Genauer betrachtet ist der ARR eine Hochrechnung des aktuellen Monatswerts auf zwölf Monate (Run-Rate); künftige Kündigungen, Expansion oder Rabatte bleiben dabei unberücksichtigt, weshalb der so ermittelte Wert vom später tatsächlich erzielten Jahresumsatz abweichen kann. Eng verbunden ist die Churn Rate (Abwanderungsquote), die den MRR direkt schmälert. Üblich und sinnvoll ist eine einheitliche Netto-Betrachtung (ohne Umsatzsteuer), da die Umsatzsteuer ein durchlaufender Posten ist.

Mit BillMore starten

30 Tage kostenlos testen

Erstellen Sie sich kostenfrei einen Account und testen Sie BillMore mit fast allen Funktionen - ohne Risiko.

Ein Blick in die Praxis

Für Selbstständige, Freelancer und kleine Unternehmen wird MRR vor allem dann relevant, wenn sich das Geschäftsmodell von einmaligen Projekten hin zu wiederkehrenden Einnahmen verschiebt - etwa durch Retainer (feste monatliche Honorare), Wartungspakete, Abos oder Mitgliedschaften. Der große Vorteil: planbare Einnahmen reduzieren das unternehmerische Risiko und erleichtern die Finanzplanung erheblich. Statt jeden Monat „bei null“ anzufangen, ist klar, mit welcher Grundauslastung zu rechnen ist.

Ein Beispiel aus der Praxis

Eine selbstständige Texterin betreut fünf Kunden mit je einem monatlichen Retainer von 800 Euro. Ihr MRR beträgt damit 4.000 Euro. Gewinnt sie einen sechsten Kunden (New MRR +800 Euro) und upgradet ein Bestandskunde von 800 auf 1.000 Euro (Expansion MRR +200 Euro), während ein anderer kündigt (Churned MRR −800 Euro), ergibt sich ein Net New MRR von +200 Euro - der neue MRR liegt nun bei 4.200 Euro. So wird auf einen Blick sichtbar, ob das Geschäft trotz einzelner Kündigungen unter dem Strich wächst.

Herkunft und Einordnung

MRR hat seinen Ursprung im Aufstieg der SaaS- und Abo-Wirtschaft. Seit den 2000er- und insbesondere 2010er-Jahren, mit der Verbreitung cloudbasierter Software und Streaming-Diensten, wurde das Abomodell zum dominierenden Erlösmodell vieler digitaler Unternehmen - und MRR zur zentralen Steuerungskennzahl. Der „Subscription Economy“-Trend hat dazu geführt, dass auch klassische Branchen vom Autobau bis zu Konsumgütern auf wiederkehrende Erlöse umstellen.

Interessant: Investoren bewerten Firmen mit hohem, stabilem MRR häufig deutlich höher als Unternehmen mit gleichem Gesamtumsatz aus Einmalgeschäften - planbarer Umsatz gilt als „wertvollerer“ Umsatz. Es existiert sogar die Kennzahl des „negativen Churns“: Wächst die Expansion bestehender Kunden stärker, als durch Kündigungen verloren geht, steigt der MRR, selbst wenn kein einziger Neukunde dazukommt - im SaaS-Bereich ein besonders gesundes Wachstumssignal. Auf der anderen Seite steht die „Subscription Fatigue“ (Abo-Müdigkeit): Bei zu vielen kleinen monatlichen Abos verlieren Konsumenten den Überblick, was die Churn Rate beeinflussen kann.

Was es nicht bedeutet

  • MRR ist kein buchhalterischer oder steuerlicher Wert. Es handelt sich um eine Management-Kennzahl, nicht um eine Größe aus der doppelten Buchführung, der GuV oder der Einnahmenüberschussrechnung (EÜR). MRR taucht in keinem offiziellen Jahresabschluss auf und ersetzt weder eine ordnungsgemäße Buchführung noch die Umsatzsteuervoranmeldung.
  • MRR ist kein tatsächlicher Geldzufluss (Cashflow). Wer einen Jahresvertrag im Voraus zahlt, sorgt für einen hohen Geldeingang, der MRR-Wert bleibt aber bei einem Zwölftel pro Monat. Umgekehrt kann der MRR hoch sein, obwohl wenig Geld auf dem Konto liegt. MRR und Liquidität sind zwei verschiedene Dinge.
  • MRR sollte keine Einmalzahlungen enthalten. Setup-Gebühren, einmalige Beratungsleistungen, einzelne Verkäufe oder Hardware gehören nicht in den MRR, da sie nicht wiederkehren - ihre Aufnahme würde die Kennzahl verfälschen.
  • MRR ist kein Umsatz im Sinne der Umsatzsteuer. Ob brutto oder netto betrachtet wird, sollte einheitlich festgelegt werden; üblich und sinnvoll ist die Netto-Betrachtung, da die Umsatzsteuer ein durchlaufender Posten ist.
  • MRR ist keine Prognose, sondern eine Momentaufnahme. Es bildet den aktuellen Stand der wiederkehrenden Verträge ab, nicht zwingend die Zukunft - Kündigungen und Neuabschlüsse verändern den Wert laufend.

Dieser Artikel dient zur allgemeinen Information und ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Bei konkreten Fragen wenden Sie sich an einen Steuerberater oder Rechtsanwalt.